27.11.2017

Den Speiseröhrenschließmuskel stimulieren

Gesundheitsvortrag mit Dr. Tillman Deist am 4. Dezember



Haßfurt, 27. November 2017

 

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (vhs) bieten die Haßberg-Kliniken auch in diesem Herbst wieder eine Reihe mit kostenlosen Gesundheitsvorträgen im Konferenzhaus des Ärztehauses 1. Den Abschluss der Reihe im Jahr 2017 bildet am Montag, 4. Dezember, ab 19.30 Uhr, ein Vortrag mit Dr. Tillman Deist. Der Facharzt für Innere Medizin am Medizinischen Versorgungszentrum Ebern widmet sich dem Volksleiden Sodbrennen und zeigt neue Therapiemöglichkeiten auf.

Ein brennender Schmerz, der vom Bauchraum hinter dem Brustbein entlang hinauf in den Hals aufsteigt – Sodbrennen! Allein in Deutschland leiden etwa 20 Millionen Menschen an Reflux, wie die Krankheit im medizinischen Fachjargon heißt.


Am Montag, 4. Dezember, rückt sie im Rahmen der gemeinsamen Gesundheitsvorträge von Volkshochschule und Haßberg-Kliniken, in den Fokus, wenn Dr. Tillman Deist, Facharzt für Innere Medizin am Medizinischen Versorgungszentrum Ebern sich ab 19.30 Uhr im Konferenzraum des Ärztehauses 1 mit dem Sodbrennen und seinen Therapiemöglichkeiten befasst.


„Reflux ist eine gutartige Erkrankung“, erläutert Dr. Tillman Deist. Folge- oder dauerhafte Schäden gibt es nicht. Daran, dass die Beschwerden bei den Patienten einen hohen Leidensdruck erzeugen und die Lebensqualität beeinflussen besteht aber für den erfahrenen Mediziner kein Zweifel. Häufig sind Stress oder eine ungesunde Lebensweise Ursache fürs Sodbrennen. Auch Schwangere leiden häufig unter den Symptomen und spüren das „Feuer in der Brust“.


Ausgelöst werden die Beschwerden durch sauren Mageninhalt, der den Schließmuskel am Mageneingang überwindet und so die Speiseröhre reizt. Sodbrennen ist nach dem Essen, beim Bücken, im Liegen oder während körperlicher Belastung besonders schlimm. Hier gelangt die Magensäure ganz leicht in die Speiseröhre.


„Sodbrennen lässt sich medikamentös gut behandeln“, berichtet Dr. Tillman Deist. Mit Säureblockern wird die übermäßige Produktion der Magensäure gebremst. „Diese Medikamente sind aber teilweise zurecht, teilweise aber auch zu Unrecht wegen Nebenwirkungen in die Kritik geraten.“


Deswegen hat sich der Internist intensiv mit alternativen Therapiemöglichkeiten auseinandergesetzt. „Durch neuere Untersuchungen, die ich näher beleuchten werden, konnte erkannt werden, dass Reflux nicht Reflux ist und Säureblocker manchmal wirklich nicht helfen können.“  Ein neues Verfahren beinhaltet deswegen ein Muskelstimulationsgerät, das wie ein Herzschrittmacher aussieht und in das Oberbauchfettgewebe eingesetzt wird. „Die Elektroden dieses Gerätes werden von außen auf die untere Speiseröhre im Bereich des Schließmuskels aufgenäht“, berichtet der Internist. „Das ist eine sehr kleine OP fast ohne Komplikationsrate."

 

Durch das Implantat kann der untere Speiseröhrenschließmuskel stimuliert und gestärkt werden. „Er wird nachweislich kräftiger“, berichtet Dr. Tillman Deist und vergleicht die Therapie „mit dem Muskelaufbau-Training bei Fußballern“. Die Stimulation kann später von außen in ihrer Intensität und Dauer geändert werden, sodass auch nach der OP noch Veränderungen Verbesserungen vorgenommen werden können. „Erfahrungen über fünf Jahre zeigen, dass Reflux damit effektiv und ohne Tabletten behandelt werden kann“, ist der Mediziner von der Methode, die er in seinem Vortrag noch näher vorstellen wird, überzeugt.


Anmeldungen zum Vortrag von Dr. Tillman Deist sind unter Tel. 09521/94 20-0 oder www.vhs-hassberge.de nötig.



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