ZIELE

In Deutschland gibt es jährlich 720.000 Knochenbrüche bei Menschen mit altersbedingter Knochenbrüchigkeit, der sogenannten Osteoporose. Pro Jahr erleiden über 140.000 Patienten über 65 Jahren einen Oberschenkelbruch. Er gehört damit zu den zehn häufigsten Diagnosen in deutschen Krankenhäusern. Bei über 85-jährigen Frauen ist der Schenkelhalsbruch inzwischen sogar der häufigste Grund für eine Klinikeinweisung, oftmals mit schwerwiegenden Folgen. Viele Patienten verlieren dadurch ihre Fähigkeit, selbstständig zu leben.


Bedingt durch den demografischen Wandel rechnen die Unfallchirurgen bis 2030 mit einer Verdopplung bis Verdreifachung von altersbedingten Knochenbrüchen in der Akutversorgung. Das ist nicht nur mit enormen Kosten für das Gesundheitswesen verbunden, sondern stellt auch für die Gestürzten und die Mediziner eine große Herausforderung dar. Denn die meisten der Hochbetagten leiden unter zahlreichen altersspezifischen Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche, Depression oder Demenz - mit entsprechender Medikation. Ein Knochenbruch gefährdet den oftmals ohnehin schon sehr gebrechlichen Allgemeinzustand. Die Patienten müssen dann nicht nur unfallchirurgisch, sondern gleichzeitig altersmedizinisch versorgt werden.


Im Haßbergkreis verunglücken jährlich etwa hundert, meist ältere, Menschen bei Stürzen und ziehen sich einen Schenkelhalsbruch zu. Um diese Patienten nach ihrem Unfall optimal medizinisch behandeln zu können, haben sich die Haßberg-Kliniken als sogenanntes AltersTraumaZentrum den strengen Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) verpflichtet und wurden Anfang März 2016 erfolgreich zertifiziert.


Die neuen innerklinischen Prozesse stellen sicher, dass der Verletzte von der Unfallchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Steffen Amend und gleichzeitig auch von der Geriatrie unter Chefarzt PD Dr. med. Frank Schröder optimal betreut wird. Damit ist es möglich, die Patienten besser zu versorgen und Probleme im Heilungsverlauf zu vermeiden, so dass sie ihre Bewegungsfähigkeit möglichst zügig und dauerhaft wieder erlangen können. Denn gerade bei betagten Patienten ist die Mobilität ausschlaggebend für ihre Selbstständigkeit und damit auch für ihre Lebensqualität.


Ziel ist es, möglichst viele Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt direkt in die Rehabilitationskliniken, beispielsweise nach Bad Kissingen, überweisen zu können und nicht wie früher zunächst nach Hause oder in die Kurzzeitpflege zu entlassen. Dies wird unter anderem ermöglicht durch eine deutlich längere durchschnittliche Liegezeit, welche durch eine intensive physio- und ergotherapeutische Betreuung unterstützt wird.


Inzwischen gibt es bundesweit bereits dreißig zertifizierte AltersTraumaZentren, bei denen die medizinische Behandlung unter Berücksichtigung abgestimmter altersspezifischer Behandlungsprozesse verläuft. Dies ermöglicht einen intensiven Austausch der Haßberg-Kliniken mit anderen führenden Zentren in Deutschland hinsichtlich der Qualität der Behandlungsergebnisse und weiterer Verbesserungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen:


www.alterstraumazentrum-dgu.de

 

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