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 „Skurril und schrill, aber  sehr verantwortungsbewusst“

Epilepsieberatung, Haßberg-Kliniken, KOS und vhs zeigen am Samstag, 18. Januar, ab 17.00 Uhr „Back for Good“ im Zeiler Kino

 

Haßfurt/Zeil, 10. Januar 2020

 

Einen ganz besonderen Film-Spätnachmittag gibt es am Samstag, 18. Januar, ab 16.30 Uhr im Zeiler Kino. Dann zeigt die unterfränkische Epilepsieberatung in Zusammenarbeit mit den Haßberg-Kliniken, der Volkshochschule und der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KOS) den deutschen Spielfilm „Back for good“, in dem das Thema Epilepsie eine wichtige Rolle spielt.

„Skurril und schrill, aber sehr verantwortungsvoll einem ernsten Thema gegenüber!“ Was bei ersten Lesen ein wenig widersprüchlich klingt, ist für Henrike Staab eine mehr als gelungene filmische Umsetzung eines Themas, das ihrer Ansicht nach, in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig präsent ist: Epilepsie. Mit „Back for Good“ soll sich das zumindest ein bisschen ändern. „Mir gefällt der Film richtig gut!“, urteilt Henrike Staab über den 2017 gedrehten Streifen mit Kim Riedle, Leonie Wesselow und Juliane Köhler in den Hauptrollen.

Die Sozialpädagogin kümmert sich bei der Stiftung Juliusspital um die Epilepsieberatung für Unterfranken. Auch im Landkreis Haßberge finden regelmäßig Sprechstunden in Haßfurt und Hofheim statt. Der Film-Spätnachmittag am Samstag, 18. Januar, ist nun ein weiterer, gezielter Schritt in eine breitere Öffentlichkeit. 

Im Zeiler Kino wird ab 17.00 Uhr die preisgekrönte deutsche Komödie „Back for good“ gezeigt. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Bereits ab 16.30 Uhr gibt es im Foyer des „Captiol“ einen kleinen Empfang sowie Infos über die Krankheit, unter anderem von der Selbsthilfegruppe „Epilepsie“. Nach der Filmvorführung besteht die Möglichkeit, sich mit Betroffenen und Fachleuten auszutauschen.

„Epilepsie ist leider noch immer eine Krankheit, die nicht frei von Vorurteilen und falschen Informationen ist“, sagt Henrike Staab. Und das obwohl nach Schätzungen etwa zehn von 100 Menschen mindestens einmal im Leben einen der für die Krankheit typischen Krampfanfälle erleiden. Rein statistisch kennt also jeder jemanden, der an Epilepsie leidet.

Auch Reality-TV-Sternchen Angie. Die absolviert in „Back for Good“ aus PR-Gründen einen Drogenentzug, mit dessen Hilfe sie sich wieder ein bisschen mehr ins Rampenlicht rücken wollte – schließlich gilt es, einen Platz im nächsten Dschungelcamp zu ergattern. Ein Plan, der nicht aufgeht. Doch die Konkurrenz in der Welt der B-Prominenz ist hart. Als Angie dann auch noch von ihrem Freund und Manager verlassen wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als wieder bei ihrer Mutter Monika einzuziehen. 

Dort trifft sie auch auf ihre pubertierende Schwester Kiki, die wegen ihrer Epilepsie-Erkrankung den ganzen Tag über einen Schutzhelm tragen muss und unter der damit einhergehenden sozialen Isolation leidet. Die beiden Schwestern finden langsam wieder Anschluss aneinander. Doch erst als ihre Mutter im Krankenhaus muss, sieht sich Angie gezwungen, echte Verantwortung für Kiki zu
übernehmen. Was zunächst wie ein Desaster aussieht, könnte eine Chance für
die zerrüttete Familie sein.

Mia Spengler gelingt es, auch aufgrund der fantastischen Darstellerleistung von Kim Riedle als Angie, Leonie Wesselow als Kiki und Juliane Köhler als überfürsorgliche Mutter, Angies Welt der B-Promis und die Provinz immer wieder aufeinanderprallen zu lassen, auch durch die glaubhafte und authentische Einbindung von Social Media. Daraus entstehen, dank pfiffiger Dialoge, immer wieder höchst amüsante und unterhaltsame Momente. Doch auch die Tragik der einzelnen Schicksale mitsamt all den vergebenen Chancen und den nichterfüllten Träumen blitzt in den einzelnen Szenen auf. Mit „Back for Good“ ist Mia Spengler ein reifer und fein ausbalancierter Film gelungen, der sein Thema frech-charmant und berührend ehrlich erzählt.

„Der Film rückt nicht nur Epilepsie in den Fokus“, berichtet Henrike Staab. „Er beleuchtet auch, was mir besonders wichtig ist, was die Krankheit für ein Familiengefüge bedeutet.“ Schließlich seien nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Angehörigen betroffen und müssen lernen mit Epilepsie und den Folgen umzugehen. „Das ist nicht immer einfach, aber gemeinsam zu schaffen. Das kommt in ,Back for Good‘ sehr gut raus“, findet die Sozialpädagogin und hofft, dass am Samstag, 18. Januar, möglichst viele Menschen den Weg ins Zeiler Kino finden, damit Betroffene und Interessierte über das Thema Epilepsie miteinander ins Gespräch kommen, aber auch gemeinsam lachen können.
 

Foto: SWR/Zum Goldenen Lamm
Eine Szene aus „Back for Good”, der am Samstag, 18. Januar, um 17.00 Uhr im Zeiler Kino gezeigt wird: Dicke Luft zwischen Angie (Kim Riedle, re.) und Kiki (Leonie Wesselow).